Definition MusiktherapieSowie sich der Begriff der „Musiktherapie“ aus den Wortbestandteilen Musik und Therapie zusammensetzt, so lässt sich seine Bedeutung schlussfolgernd mit einem Zusammenspiel musikalischer und therapeutischer Elemente beschreiben. Trotz ihrer uralten Geschichte hat die Musiktherapie das Klischee eines Mythos längst überwunden. Vor allem seit Mitte des 20. Jahrhunderts, nach dem 2. Weltkrieg, fand die Musiktherapie zunehmendes Interesse, was sich in der wachsenden Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen, der Schaffung von Ausbildungs- und Berufsstätten ausdrückt. Mithilfe aktueller Forschungsmethoden wird versucht, dem Geheimnis der Wirkung von Musik auf den Grund zu gehen. Denn nur auf diese Weise kann ihr Einsatz gezielt und ein qualitativ hochwertiger therapeutischer Charakter gesichert werden. Das Ziel der Musiktherapie liegt im Wesentlichen in der Wiederherstellung, Erhaltung und/oder Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit. Als praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin steht sie so in enger Wechselwirkung zur Medizin, den Gesundheitswissenschaften, der Psychologie, Musikwissenschaft, Pädagogik u. a. Wissenschaftsfeldern. Die Art und Weise der Gestaltung und Umsetzung musiktherapeutischer Angebote formt sich aufgrund der Existenz unterschiedlicher Ansätze und Methoden verschieden. Ihre Ursprünge finden sich in den aus der Psychologie entstammenden Menschenbildern, welchen tiefenpsychologische, verhaltenstherapeutisch-lerntheoretische, ganzheitlich-humanistische, anthroposophische u. a. Grundgedanken zugeordnet werden. Diese Begegnung kann stattfinden durch aktives gemeinsames Musizieren, Bewegen, Gestalten sowie durch Musikhören. Musikalische Vorkenntnisse sind hierfür unwesentlich und nicht notwendig. Abhängig von den verschiedenen musiktherapeutischen Ansätzen ist die Gestaltung des Raumes für Gespräche über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Aufgrund der Methodenvielfalt kann sich demnach eine musiktherapeutische Begegnung vielfältig gestalten und hängt davon ab, mit welcher Klientel sie durchgeführt wird. Musiktherapie wird unter anderem eingesetzt bei:
Die Qualifikation zum Musiktherapeuten kann auf unterschiedlichen Wegen erworben werden. Da die Berufsbezeichnung „MusiktherapeutIn“ nicht geschützt ist, kann sie zunächst von jedem angenommen werden, unabhängig von dessen Vorbildung.
Sämtliche musiktherapeutisch professionell Tätigen des Vereins GRAMMOPHON – Mobile Musiktherapie e.V. haben an der Hochschule Magdeburg-Stendal ein Studium von mindestens 8 Semestern mit dem Abschluss „Staatlich anerkannte/r Musiktherapeut/in“ absolviert. Literaturempfehlungen:Decker-Voigt, H.-H. (Hrsg.) (2001): Schulen der Musiktherapie; Reinhardt, München Decker-Voigt, H.-H. (2000): Aus der Seele gespielt. Einführung in die Musiktherapie; Wilhelm Goldmann Verlag, München Decker-Voigt, H.-H., Knill, P.J., Weymann, E. (Hrsg.) (1996): Lexikon Musiktherapie; Hogrefe-Verlag, Göttingen Strobel, W., Huppmann, G. (1997): Musiktherapie. Grundlagen, Formen, |